Artikel
0 Kommentare

Gastbeitrag: Schreiben! Aber wo anfangen?

Wer hatte auch schon mal dieses Gefühl? Man verliert sich in der wunderbaren Welt der Bücher, liest fantastische Geschichten und ist überwältigt von den Gefühlen, die sie in einem auslösen. Und dann keimt ein Gedanke auf: „Ich will auch ein Buch schreiben.“

Ihr hattet bestimmt schon mal die ein oder andere Idee, habt euch Notizen gemacht oder vielleicht sogar ein paar Seiten geschrieben. Aber dann schaut ihr auf die Bücher in euren Regalen mit 200-700 Seiten voller Wörter und verzweifelt an der Herkules-Aufgabe, die ich euch selbst auferlegt habt. Gerade dann müsst ihr aber immer dran denken: Jedes dieser Bücher fing an mit einer Idee und einer einzigen Seite.

Zunächst müsst ihr euch klar sein, was für eine Art Schreiberling ihr seid. Ein Planer, wie der Name schon sagt, plant (plottet) seine Geschichte von Anfang bis Ende durch und baut sich damit ein Gerüst, um das er nur noch herum bauen muss. Ein sogenannter Discovery Writer hat ein leeres Dokument vor sich und schreibt einfach drauf los. Eine Mischung aus beidem baut sich einige grobe Stützpfeiler aus Notizen und der Rest entsteht aus dem Nichts. Es gibt viele Schreibratgeber, aber sich blind an einen halten wird nichts nützen, wenn er nicht eurem Stil entspricht.

Dann gilt es, eine Routine aufzubauen. Das ist natürlich leichter gesagt, als getan. Ich habe mal von einem Autor gelesen, der jeden Tag sechs Seiten geschrieben hat, komme was da wolle. Aber wie macht man das, wenn man das Schreiben, seinen Brotjob, Haushalt, Freunde und Familie unter einen Hut bringen will? Sechs Seiten sind für den Anfang eine ganze Menge, deswegen sollte man auch hier klein anfangen. Aus drei Tagen die Woche mit einer halben Seite wird schnell eine Seite pro Tag und so weiter. Ein festes und realistisches Wörterziel bis zu einem gewissen Zeitpunkt kann auch wahre Wunder wirken. Wichtig ist, dass man sich eine feste Zeit aussucht, in der man sich nur dem Schreiben widmet. Im besten Fall in einem stillen Raum ohne Ablenkungen. Schon bald habt ihr eine Routine und das Schreiben ist so alltäglich wie das Mittagessen.

All das kann einen jedoch nicht vor dem größten Feind eines jeden Schreibers schützen: Selbstzweifel. Kann das, was ich schreibe, überhaupt so gut sein, wie das, was andere machen? Diese Leute haben so viele Bücher veröffentlicht und ich bin nur irgendwer, oder?

Und wenn sich diese Gedanken weiter steigern nennt man das „Imposter Syndrom“. Zu glauben, man kann sich selbst nicht „AutorIn“ nennen, denn alle anderen sind die Echten und man selbst ist bloß ein Betrüger, ein Imposter. Aber das ist Schwachsinn. Wen ihr etwas schreibt, seid ihr AutorInnen. Sei es Poesie, Kurzgeschichten, oder ein Roman. Das Veröffentlichen ist bloß der nächste Schritt. Natürlich gibt es auch AutorInnen die nur für sich selbst schreiben und gar nichts veröffentlichen wollen.

Wichtig ist, dass man sich klar macht, dass das Geschriebene nicht sofort perfekt sein muss. Ihr könnt euch darauf einstellen, dass ihr noch viel verbessern, löschen und hinzufügen werdet, bevor ihr wirklich fertig seid. Euren sogenannten „First Draft“ aber zu Papier gebracht zu haben ist eine große Leistung und von da an ist es nicht mehr weit, bis zu einem fertigen Roman und eurer ersten Veröffentlichung. Schon das erste Wort auf einem leeren Manuskript ist ein großer Schritt in Richtung des unbeschreiblichen Gefühls, euer eigenes Buch in Händen zu halten.

Über den Autor: Eli Quinn, geboren am 04.06.1992, begeisterte sich schon früh für erzählte wie niedergeschriebene Geschichten und träumte davon, eines Tages selbst die Massen zu begeistern. Er verfasste bereits kleinere Texte in den Genres Phantastik und Science Fiction, die noch auf ihre Chance warten, veröffentlicht zu werden. Mit seiner Kurzgeschichte „Weltenkeller“ in der Anthologie „Maschinen“ herausgegeben von Martin Witzgall und Felix Woitkowski hatte er sein Autorendebüt.
Mehr zum Autor findet Ihr hier.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.