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Meine Schreibroutine

Einer der wohl am häufigsten gestellten Fragen an einen Autor ist die, nach seiner Schreibroutine. Ich wurde schon unzählige Male danach gefragt, also dachte ich, ich antworte mal ausführlicher.

Morgens, mittags, abends

Viele Autoren schwören darauf, nur zu einer bestimmten Tageszeit schreiben zu können. Dem muss ich mich teilweise anschließen. Auch wenn ich mittlerweile erkannt habe, dass das eine reine Übungssache ist, gibt es eine Tageszeit, die ich über alles präferiere: Nachts. Wenn die Welt ruhig und dunkel wird, habe ich endlich die Zeit durchzuatmen und mich auf mein Schreiben einzulassen. In der Nacht fließen die Wörter oft von fast alleine. Es gibt weniger Ablenkung und das Gefühl den Tag über vieles geschafft zu haben, gibt einen Motivationsschub. Da vergesse ich schnell mal die Zeit und wenn meine Uhr mich mahnend daran erinnert, dass es schon wieder um 3 ist, bin ich müde und glücklich, wieder einmal viel geschafft zu haben.

Aber: Die Nachtzeit ist eigentlich zum Schlafen da. Nur weil ich bis spät in die Nacht schreibe (oder hin und wieder durchschreibe), heißt das nicht, dass ich am nächsten Morgen später aufstehen kann. In diesen Fall sind Uni und andere Verpflichtungen sehr ungnädig und ich bin mehr als froh, nicht mehr einen Nebenjob zu brauchen.

Mittlerweile habe ich mir antrainiert, zu jeder Tages- und Nachtzeit schreiben zu können, um mich meinen Stundenplan besser anpassen zu können. Doch trotz allem präferiere ich die stille Dunkelheit.

1.000 Wörter pro Tag

Ich höre von vielen Autoren, dass ihr Ziel 1.000 Wörter pro Tag sind. Das ist ein sportliches Ziel und ich ziehe den Hut vor jedem, der es auch nur im entferntesten schafft. Unzählige Male habe ich mir das auch vorgenommen, doch die Wahrheit ist, dass 1.000 Wörter pro Tag bei mir nicht realistisch sind. Uni zwängt sich zu oft dazwischen und lässt mich keinen geregelten Tagesablauf aufbauen oder schiebt sich in meine Schreibzeiten. Wenn ich nicht gerade Tage habe, an denen der Stress sehr wenig ist, habe ich keinen Rhythmus drin. Leider. Dafür plane ich Schreib-Sessions. Ich nehme mir 5 Stunden (manchmal mehr) an einem Tag Zeit und halte mir diese Stunden frei, um zu schreiben. Diese Zeiten sind mir mehr als wichtig und es muss ein Notfall passieren, damit ich sie unterbreche. Daher sieht meine Schreib-Statistik meistens eher so aus:

Meine aktuelle Statistik des Camp NaNoWriMo

Mit einem Ziel von insgesamt 15.500 Wörtern für diesen Monat bin ich echt optimistisch dabei. Juli ist bei mir Prüfungszeit und Ende des Monats wird meine erste Hausarbeit fällig. Trotzdem nehme ich mir diese Zeiten, um zu schreiben. Dann schaffe ich oft 5.000 Wörter in der Zeit. Sobald es aber mein Stundenplan wieder zulässt, werde ich mehr (und vor allem fast tägliche) Schreibzeiten integrieren.

Ein weiterer Grund, warum 1.000 Wörter pro Tag ein zu utopisches Ziel ist: Überarbeiten. Nicht jede Session, die man als Autor arbeitet, schreibt man auch wirklich. Ich hatte schon 3Stunden-Sessions, in denen mein Wourd Count geschrumpft ist, weil Szenen rausgefolgen sind. Aber selbst, wenn man nicht ganze Abschnitte löscht, wächst der Wourd Count unwesentlich in der Überarbeitungszeit. Hin und wieder kommen zwar neue Szenen hinzu, aber bei 1.000 Wörtern bin ich persönlich noch lange nicht.

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