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NaNoWriMo Survival Guide

Der Endspurt auf den NaNo hat begonnen und seit Tagen schwanke ich zwischen Vorfreude und Verzweiflung. 50.000 Wörter innerhalb eines Monats zu schreiben, ist nicht wenig, selbst wenn man das schon mehrmals gemacht hat.
In den vergangenen Jahren haben sich bei mir ein paar Tipps angesammelt, wie man den NaNo und jedes andere Schreibprojekt überlebt.

Take your time

Jedes Jahr gibt es ein paar Autoren, die die 50k schon innerhalb der ersten 24h schreiben. Es gibt Autoren, die insgesamt auf 5k kommen und das als persönlichen Erfolg ansehen. Und es gibt viele dazwischen.
Es ist wichtig, sich die Zeit zu geben, die man braucht. Es ist nicht schlimm, wenn man langsamer schreibt als andere. Jeder braucht unterschiedlich lang. Je öfter man jedoch schreibt, desto schneller wird das Schreiben an sich.
In meinem ersten Jahr war ich froh, wenn ich 1.000 Wörter in einer Stunde geschafft habe. Letztes Jahr habe ich meistens 2.000 Wörter oder mehr geschafft. Vieles ist Übung und es ist wichtig, sich nicht von anderen verunsichern oder demotivieren zu lassen.

Writing Buddys

Writing Buddys sind Schreibfreunde, die gleichzeitig mit einem Schreiben. Mich motiviert und spornt es an zu sehen, dass jemand schon mehr geschrieben hat, als ich. Dann ist mein Ehrgeiz geweckt, die Person einzuholen.
Am besten sind Writing Buddys, die eine ähnliche Schnelligkeit wie man selbst hat. Dann wird der Unterschied nicht zu groß, dass es demotiviert, sondern bleibt klein, sodass man ihn vielleicht in der nächsten Stunde ein- oder überholen kann.
Außerdem kann man sich mit Writing Buddys übers Schreiben austauschen und seine Fragen klären. Es hilft oftmals schon zu wissen, dass man gerade nicht alleine ist und dass andere ähnliche Situationen durchmachen.

Kleine Schritte – einer nach dem anderen

Die Zahl 50.000 war für mich am Anfang ein riesiger Demotivator. Vor meinem ersten NaNo war mein Rekord 5.000 Wörter innerhalb eines Monats und bei einem anderen Projekt zählte ich fast 40.000 Wörtern nach über 2 Jahren.
Es hat geholfen, kleine Schritte zu machen. Jeden Tag 1.667 Wörter waren am Ende gar nicht so viel und es gab etliche Tage, an denen ich mehr geschrieben habe. Schafft man sich mehrere Schreib Sessions am Tag, sind es nur noch ein bisschen mehr als 400 Wörter pro Session.
Außerhalb des NaNos sind meine Schritte die Kapitel. Ein Kapitel schreiben ist gar nicht schwer und viel. Ich habe bemerkt, dass wenn ich mir kleine Ziele setze, ich motivierter bin und am Ende mehr schaffe, als wenn ich mir große Ziele setze.

Ablenkungen minimieren

Eine der größten Probleme beim Schreiben sind die Ablenkungen. Sobald ein kleines Problem in einer Szene auftritt, gewinnt die Ablenkung Überhand und ich kann nicht weiterschreiben. Mein erster NaNo lief unter anderen so gut, weil ich damals kein Wlan in meiner Wohnung hatte. Ablenkung Internet war also fast gar nicht vorhanden und weil ich gerade erst eingezogen war, war mein Schreibtisch noch komplett leer.
Mittlerweile habe ich Wlan und Ablenkung in großer Zahl um mich herum, aber man kann trotzdem ein paar minimieren.
Handy und Laptop auf Flugmodus, Schreibtisch und Zimmer vorher aufräumen und Termine nicht in den November legen, sind nur ein paar Dinge, die ich immer versuche zu machen. Jeder hat da seine eigenen Tipps und einen Ablenkungsgrad, bis wohin er arbeiten kann. Das heißt, es gibt keine Patentlösung, sondern man muss sich ein wenig ausprobieren.

Pausen

Pausen sind wichtig. Viele unterschätzen die Anstrengungen, mit denen Schreiben verbunden sind. Schreiben ist geistige Arbeit und kann sehr aufwühlend sein. Zwischen den Schreib Sessions sind Pausen daher wichtig. Ein bisschen frische Luft atmen, die Augen mal auf etwas anderes konzentrieren lassen als den Bildschirm und ein paar Dinge machen, die nicht geistig anstrengen sind. Dann kann man wieder motiviert und erfrischt weiter machen.
Es kann auch helfen, die Pausen vorher zu definieren. Ein „Ich mache nur kurz Pause“ kann sonst zu Stunden werden. Mit einer definierten Zeit und einem eingestellten Wecker kann das leichter fallen.

Schlafen

Der Punkt klingt simple, ist aber wichtig. In keinem Monat im Jahr schlafe ich so wenig wie im November. Da meine präferierte Schreibzeit nachts ist, kommt der Schlaf oft zu kurz. Ich muss mich manchmal regelrecht dazu zwingen, noch schlafen zu gehen. Ich liebe es, Nächte durchzuschreiben, aber auf Dauer ist das nicht gut. Aber ausgeschlafen sein ist für den Körper besser und tut auch dem Schreiben gut.

Vorbereitung – Writing Prompts

Für mich ist eine ausreichende und gute Vorbereitung wichtig. Das heißt nicht, dass ich jedes Detail schon vorher weiß, aber ich kenne meine Charaktere, die Welt und den Plot. Manche brauchen es weniger, manche mehr.
Egal, wie detailliert du es brauchst oder eben nicht, gibt es einen Tipp, der jedem helfen kann: Writing Prompts. Das sind kurze Sätze, in denen Handlungen oder Situationen beschrieben werden. Ich habe auf meinem Schreibtisch immer ein Glas mit ganz vielen Zetteln mit Writing Prompts stehen. Wenn ich in einer Szene nicht mehr weiter komme, ziehe ich einen und versuche die Vorgabe in die nächste Szene einzubauen. Manchmal passt es, dann lass ich es dabei, manchmal stört es den Szenenverlauf nur, dann fliegt es wieder raus. Wichtig ist nur, dass man über den Punkt hinausschreibt, der einen blockiert, um weitermachen zu können.
Bekannte Writing Prompts sind z.B:
Beginne die nächste Szene mit den Worten: „Wenn ich dich kriege, dann…“
Baue in die nächste Szene einen Schrei ein.
Das Handy deines Haupcharakters klingelt. Wer ist dran und was will er?

Belohnungen

Ich finde es oft hilfreich, wenn ich mir Etappenziele setze und wenn ich sie erreiche, belohne ich mich. Dabei fallen die Belohnungen ganz unterschiedlich aus. Manchmal ist es nur eine Tasse Tee/Kaffee, manchmal die neue Folge einer Serie oder das Buch, das ich schon seit einiger Zeit haben will. Mittlerweile weiß ich, was mich motiviert und welche Ziele ich mir setzen muss, um effizienter arbeiten zu können. Da hilft nur ausprobieren.

Der wichtigste Rat zum Schluss: Schreiben ist ein Marathon und kein Sprint

Es hilft nicht, es an einen Tag zu übertreiben und dann tagelang nicht mehr reinzukommen. Es ist sinnvoller, sich Zeit zu lassen, es zu genießen und lieber kleine stetige Erfolge zu haben, als auf einmal riesige.
Mache ich einen Schreibtag, an dem ich 10.000 Wörter oder mehr schreibe, dann bin ich meistens die nächsten Tage immer noch ziemlich fertig und schreibe nicht. Ich brauche dann wieder eine ganze Weile, um wieder in das Projekt reinzukommen. Wenn ich es aber schaffe, mir jeden Tag ein paar Stunden zu nehmen, arbeite ich gleichmäßiger und effektiver.

Das sind meine Überlebenstipps. Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen 🙂

3 Kommentare

  1. Pingback: [Blog Glück] Oktober 2019 – Seitenglueck

  2. Hallo!
    Habe gerade mit viel Freude deinen Beitrag gelesen und kann dir in ganz vielen Dingen nur zustimmen. Dieses Jahr ist mein drittes beim NaNo und noch bin ich hoch motiviert 🙂 ich hoffe natürlich, dass das so bleibt und icn endlich einmal die 50k schaffe. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit deinem Projekt, egal wie viele Worte es am Ende werden.

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    Antworten

    • Hey,
      freut mich, dass dir mein Beitrag gefällt und wir in den meisten Punkten übereinstimmen 🙂
      Ich drücke dir die Daumen für dein NaNo Projekt und hoffe, dass du es nicht nur schaffst, sondern auch viel Freude dabei haben wirst 😀

      Liebe Grüße
      Anna Lisa

      Antworten

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