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Frohes neues Jahr!

Den Satz „Frohes neues Jahr“ habe ich in den letzten Stunden sehr oft gesagt und geschrieben und doch meine ich es so. Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr 😀

Ich sitze gerade an meinen Neujahresvorsätzen und verzweifle ein wenig. Auf der einen Seite wollte ich keine typische Liste haben, wie ich sie die letzten Jahre hatte. Auf der anderen Seite mag ich es To Do Listen abzuarbeiten und zu sehen, wie ich nach und nach Erfolge erziele. Deswegen habe ich irgendwie ein Zwischending gemacht. Statt ‚mehr Sport‘ und ‚gesunde Ernährung‘, was vermutlich auch bei jedem anderen auf der Liste steht, habe ich Ziele bestimmte Projekte fertigzustellen und kein neues Schreibprojekt bis November anzufangen. Letzteres wird mir vermutlich schwer fallen, doch ich habe aktuell 5 Projekte, an denen ich arbeite.
Außerdem steht auf meiner Liste, dass ich mehrere Verlagsbewerbungen dieses Jahr rausschicken und meine erste Lesung halten will.
Was jedoch die spannendere Liste ist – ja, vielleicht mag ich Listen viel zu gerne – ist die, auf der meine Traumverlage stehen. Es ist eine Liste aus 6 Verlagen und mein Ziel ist es, bis Ende des Jahres 4 oder 5 davon mindestens ein Projekt angeboten zu haben. Zwar rechne ich mir die Chancen nicht sonderlich hoch, doch man kann es ja mal versuchen 😉 Die Verlage sind übrigens der Ohneohren-Verlag, Piper, Lyx, Greenlight Press, Dark Diamonds und Impress.
Ich bin echt gespannt, wie viele ich davon am Ende des Jahres angeschrieben habe und vor allem von wie vielen ich eine (positive) Rückmeldung bekommen habe. Also drückt mir die Daumen und wir werden sehen, wie es in 366 Tagen aussieht 😀

Was sind eure Neujahresvorsätze? 🙂

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Rezension: Die Nebel von London – Aurora Ainsworth

Die Nebel von London ist ein Abenteuerroman mit historischem Setting in London und Steampunk-Elementen.

Titel: Die Nebel von London
Autorin: Aurora Ainsworth

Genre: Steampunk
eBook: 146 Seiten
Verlag: Independently Published

Klappentext

London, 1891. Die 17-jährige Rosalind Elmstone, Tochter des legendären Erfinders Professor Elmstone, hat denkbar wenig Interesse an Tanzbällen und schönen Kleidern. Stattdessen hat sie sich der Erfindung der Blitzmaschine verschrieben, einer höchst angezweifelten Apparatur, die die altbewährten Dampfmaschinen ersetzen soll.
Als sie herausfindet, dass ihr Vater von einer geheimnisvollen Organisation entführt wurde, ist sie fest entschlossen ihn zu befreien. Doch ihre Gegner sind mächtig und bedrohen nicht nur das Leben ihres Vaters, sondern auch das Schicksal des gesamten Empires. Schnell rückt sie selbst ins Visier der Entführer. Und ausgerechnet der arrogante Lord Chamberlain, der noch kurz zuvor ihre Erfindungen verhöhnt hat, ist der Einzige, der ihr helfen kann …

Meine Meinung

Schon über Jahre begleitet mich das Genre Steampunk. Ich liebe die Kombination aus Technik und Historie. So gerne ich es auch lese, so schwer fällt es mir aber auch, gute Steampunk Bücher zu finden. Nur durch Zufall bin ich auf „Die Nebel von London“ gestoßen, doch jetzt zählt es zu einem meiner Jahreshighlights.
Die junge Erfinderin, die statt zu debütieren lieber an ihrer Blitzmaschine arbeitet, war mir von Anfang an sympathisch. Zusammen mit ihrer Chemie-besessenen besten Freundin gibt sie einen der lebhaftesten und nachvollziehbarsten Charaktere ab, mit denen ich mich dieses Jahr beschäftigt habe. Der überhebliche Lord stellt einen gut gelungenen Kontrast dar, der anfänglich die Sicht der Gesellschaft auf die jungen Frauen widerspiegelt.
Im Laufe der Geschichte lernen sich die Erfinderin und der Lord immer besser kennen. Die Charakterentwicklung geschieht nebenbei und ist zwischen den Kabbeleien der beiden Hauptfiguren oftmals kaum wahrnehmbar (wenn man nicht darauf achtet).
Das Buch lebt von eben diesen Kabbeleien und ich musste sehr oft beim Lesen lachen.

„Wir müssen aus dem Fenster springen!“
Castiel kicherte im Delirium.
„Schon wieder? Sind Euch die Türen nicht gut genug?“

„Die Nebel von London“ – Aurora Ainsworth, Kapitel 5

An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, dass die Wendepunkte zu vorhersehbar waren und trotzdem kamen sie überraschend und gaben der Geschichte genau an den richtigen Stellen neuen Schwung.
Anders als viele Steampunk-Bücher, die der Historie einen wichtigen Platz einräumen, spielt dieses Buch erst nach dem Tod der Queen Victoria und eröffnet sich – und nutzt – dadurch eine Vielzahl an Möglichkeiten, die andere vergleichbare Bücher nicht haben.
Das einzige, was mir gefehlt hat, war eine abgeschlossene Liebesgeschichte. Die Geschichte an sich ist nicht auf Romace ausgelegt, jedoch habe ich über die Zeit zwei Personen geshippt. Vor allem das Ende hätte eine perfekte Erste-Kuss-Szene abgegeben, doch von Schmetterlingen und Liebesgedusel war weit und breit nichts zu sehen. Es war nicht notwendig, doch ich hätte es mir gewünscht.

Im Überblick

Grundidee: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Handlung: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Charaktere: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Emotionen: ★ ★ ★ ★ ☆ (4/5)
Schreibstil: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

Insgesamt: ★ ★ ★ ★ ★ (4,8/5)

Fazit

Das Buch „Die Nebel von London“ ist ein sehr gutes Steampunk-Buch mit lebhaften Charakteren, lustigen Szenen und einer Geschichte, die im Kopf bleibt. Es ist eines meiner Jahreshighlights und ich kann es nur empfehlen!
Es ist zwar als ein Einteiler geplant, doch ich hätte nichts gegen weitere 😉

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Gastbeitrag: Kunstwürdigung in der Literatur

Kultur ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Menschen, die keinerlei künstlerische, musikalische oder literarische Vorlieben haben und die nie von diesen beeinflusst wurden, sind schwer vorstellbar, und wenn doch, dann nur mit einem bitteren Beigeschmack. Das bedeutet, dass jede*r Kunstschaffende die eigenen Werke auf einem Unterbau fremder Werke errichtet. Viel zu selten wird diese Gegebenheit in Literatur eingearbeitet. Dabei gibt es viele Argumente dafür.

Charakterisierung

Die Charakterisierung von Figuren kann beispielsweise vertieft werden, wenn man ihnen Kunstwerke beigibt: einen Lieblingssong, ein Lieblingsbuch oder einige Bilder, die sie in ihrer Wohnung aufgehängt haben. So könnte man einen Charakter untermauern. Eine Professorin, die klassische Musik hört, wirkt zunächst nicht viel anders als die gleiche Professorin, deren Musikgeschmack unerwähnt bleibt, es sei denn, sie ist wirklich begeistert davon. Gibt man ihr Goethe zu lesen, wirkt sie altmodischer und konservativer, als wenn sie Brecht liest. Legt man ihr Fifty Shades of Grey auf den Nachttisch, wird es interessant. Es entsteht ein gewisser Widerspruch. Ein Klischee wird gebrochen und die Leserschaft könnte sie sympathischer finden. Größere Widersprüche innerhalb der beigegebenen Kunstwerke könnten als Anzeichen für die Unentschlossenheit einer Figur genutzt werden. Hört jemand erst Mozart, dann Die Ärzte, springt zu Black Metal und danach zu Happy Hardcore, ist er offenbar nicht in der Stimmung für eine bestimmte Musikrichtung, sondern entweder für alle auf einmal oder für gar keine. Innerhalb eines passenden Kontexts verstärkt also die Musikauswahl, wie deutlich der Leserschaft das Innenleben der Figur bewusst wird, und das ohne es beispielsweise durch eine Innensicht direkt zu benennen. Auf der Meta-Ebene könnte man außerdem Parallelen suchen zwischen Werken, die rund um die Figur auftauchen, und der Figur selbst. Dies könnten Charaktereigenschaften der Schöpfer*innen der beigegebenen Werke oder ihrer Figuren sein, Wohnorte oder Verhaltensweisen. Dadurch kann die Geschichte an Tiefe gewinnen, weil eine Interpretationsebene hinzukommt.

Doch nicht nur Figuren kann man durch die Verbauung von Kunstwerken charakterisieren, sondern auch sich selbst. Zieht man Parallelen zwischen sich und literarischen Vorläufern? Möchte man sich auf diese Weise ins eigene Werk einschleichen? In dem Fall werden vermutlich Dinge gewählt, die der/dem Schreibenden gefallen. Das führt direkt zum Punkt der Förderung anderer. Kunst, die man liebt, möchte man mit der Welt teilen. Eine Verarbeitung in einer Geschichte wäre eine passende Würdigung und eine unaufdringliche Werbung. Warum sollte man nur klassische und bekannte Werke wählen? Legt den Figuren Selfpublisherbücher in die Hand! Nachteil davon wäre allerdings, dass die Figurencharakterisierung durch den geringeren Bekanntheitsgrad schlechter unterstützt würde. Eine Kombination vielleicht? Die Figur geht ihr Bücherregal ab, liest mehrere Titel (unter anderem von unbekannten Autor*innen) und entscheidet sich dann für ein bekanntes Buch, das den Charakter unterstreicht.

Wer gerne experimentell schreibt, könnte eigene Werke auftauchen lassen, um einen Ideenkreis zu schließen oder Selbstironie einzubauen. Eure Figuren müssen eure bisherigen Bücher nicht mögen. Fans oder Literaturkritiker*innen könnte man damit ein Lachen aufzwingen.

Foreshadowing

Ein weiterer Nutzen der Erwähnung fremder Kunstwerke könnte das sogenannte Foreshadowing sein. Man deutet unauffällig das Ende der Geschichte an und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem die Verbindung noch nicht hergestellt werden kann. Vielleicht läuft anfangs ein Song von Joy Division und am Ende erhängt sich eine Figur. (Anmerkung: Ian Curtis, Sänger von Joy Division, hat sich mit 23 erhängt.) Dieses Beispiel zeigt eine sehr vage Verbindung, aber man kann es nach Belieben deutlicher gestalten. Wird das Foreshadowing richtig angewendet, entsteht ein Gefühl von Schicksalhaftigkeit und im besten Fall ein Aha-Effekt im Nachhinein. Wieder gewönne die Geschichte an Tiefe.

Bildungsauftrag

Es gibt noch einen ganz anderen Grund, um Kunst zu verbauen. Über den kann man allerdings streiten. Haben Kunstschaffende einen Bildungsauftrag gegenüber dem Publikum? Sieht man es so, kann man der Leserschaft Bildung einflößen, ohne dass sie es merkt. Hier muss man gut aufpassen, dass der Plot nicht gestört wird und die Geschichte nicht zu einem langweiligen Vortrag verkommt. Daher gehe ich lieber direkt weiter.

Atmosphäre

Malerei eignet sich besonders gut, um einem Raum Atmosphäre zu geben. Die Beschreibung eines dunklen Porträts in einem alten Schloss unterstützt eine gruselige Stimmung, sofern sie gelungen ist. Sollte es für die Geschichte nicht notwendig sein, dass eine bestimmte Figur (beispielsweise der Graf, der das Schloss bewohnt, oder ein Vorfahr) dargestellt wird, stünde doch nichts im Wege, ein bestehendes Bild zu verwenden. Auch hier gelten die gleichen Argumente wie oben.

Was ist zu beachten?

Es gibt aber auch einiges zu beachten, wenn man existierende Bilder, Musik oder Bücher ins eigene Werk einbauen möchte. Man sollte aufpassen, dass man nicht zu dick aufträgt. Wissen kann nicht vorausgesetzt werden. Eine Charakterisierung sollte beispielsweise nicht zentral auf einem Gesang aus Dantes Comedia fußen und Bilder sollten auch beschrieben werden, wenn man meint, jede*r kenne es. Plustert man sich auf und gibt mit der eigenen Bildung an, verliert man ganz schnell das Interesse des Publikums. Daher: erwähnen und einbauen, aber nicht zur notwendigen Voraussetzung der Story machen!

Ganz wichtig an dieser Stelle ist der Hinweis auf die Urheberrechte. Bilder zu beschreiben und Namen zu nennen, stellt kein Problem dar. Ohne Erlaubnis Literatur oder Songtexte zu zitieren, führt aber schnell zu Schwierigkeiten. Niemand möchte von einem Weltkonzern oder Autorenkolleg*innen verklagt werden. Das Recht, Textstellen zu verwenden, kann bei Verlagen angefragt und erworben werden. Nicht überall geht das, aber einige Verlage sind zuvorkommend. Musikrechte sind allerdings ein ganz anderes Thema und sehr viel komplexer, da die Rechte für einen Song häufig bei mehreren Einzelpersonen und auch noch mehreren Firmen liegen. Insgesamt würde ich auf direkte Zitate verzichten, weil es einerseits sicherer und andererseits meist stilvoller ist.

Manche Genres verbieten die Erwähnung existierender Kunstwerke, da sie in einer anderen Realität angesiedelt sind. Ein Fantasy-Roman, für den eine komplett eigene Welt erfunden wurde, kann ein Justin Bieber Poster im Zimmer der Prinzessin nicht vertragen. In anderen Genres sollte man ebenfalls vorsichtig sein: in Kinder- oder Jugendliteratur könnten die erwähnten Elemente überfordern oder einfach langweilen und stören.

Filme wurden bisher noch gar nicht erwähnt, aber diese aufzunehmen funktioniert natürlich nach den gleichen Prinzipien wie bei allen anderen Kunstwerken. Auch das Thema der versteckten Hommage sollte wenigstens angeschnitten werden. Umberto Eco nannte den blinden Bibliothekar in Il nome della rosa Jorge als Hommage an den Schriftsteller Jorge Luis Borges, der am Ende seines Lebens erblindete und dennoch die argentinische Nationalbibliothek leitete. Auch beschäftigte sich Borges in seinem Werk viel mit Labyrinthen, was zum labyrinthischen Aufbau der Klosterbibliothek in Ecos Buch passt. Die Bezüge und Einarbeitungen gehen noch sehr viel weiter, aber als Beispiel sollte das reichen. Man muss Elemente und Ebenen geschickt verweben können, um Derartiges zu schaffen. Einer durchschnittlichen Leserschaft, die sich für die Unterhaltung beim Lesen und nicht für tiefergehende Interpretation interessiert, sind solche Details kein Gewinn (aber auch kein Verlust). Sie zeigen jedoch die Tiefe der Geschichte, die enorme Arbeit, die in die Entstehung gesteckt wurde, und was man alles finden kann, wenn man sich die Zeit nimmt, um über Kunst nachzudenken.

Welche Kunstform und welche Kunstwerke letztendlich am besten in eine Geschichte passen, muss jede*r Autor*in selbst entscheiden. Bilder eignen sich gut, da sie relativ leicht beschrieben werden können, während dies bei Musik mehr Geschick erfordert. Vermutlich kann man die Lesenden am besten abholen, wo sie sich bereits befinden: in der Literatur. Wenn man eines über Leser*innen weiß, dann ist es, dass sie lesen. Bezüge zu anderen Werken der Literatur erscheinen als die offensichtlichste Wahl, aber die Künste sind vielfältig und die Auswahl ist endlos.

Über den Autor: Matthias Thurau ist Autor („Sorck: Ein Reiseroman“, „Alte Milch: Gedichte“), Blogger (papierkrieg.blog) und Mitglied der Autorengruppe Nikas Erben.

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Rezension: Raven House – Antje Bremer

Ein Vampir, ein Werwolf und eine verlorene Erinnerung – kann das gut gehen…?

Titel: Raven House
Autorin: Antje Bremer

Genre: Fantasy
Taschenbuch: 699 Seiten
Verlag: Amazon

Klappentext

Five ist ein Einzelgänger, der am liebsten in Ruhe gelassen werden will. Doch ausgerechnet Vlad, der Neue in der Klasse, möchte unbedingt sein Freund sein. Vlad ist nervtötend und aufdringlich, aber irgendwie liebenswert – und er ist ein Vampir. Ein Vampir, der seine Erinnerung verloren hat und von Vampirjägern verfolgt wird.
Unfreiwillig wird Five in die Welt der Vampire und Werwölfe hineingezogen und gerät ebenfalls ins Fadenkreuz der Jäger. Er versucht, Vlad zu helfen, seine Erinnerung wiederzufinden, denn irgendetwas Schreckliches muss damals geschehen sein. Ein jahrhundertealtes Verbrechen, das die Vampirjäger um jeden Preis geheim halten wollen – und sie schrecken vor nichts zurück, um Zeugen wie Vlad aus dem Weg zu räumen.
Um das Geheimnis aufzudecken, begeben sich Vlad und Five auf eine gefährliche Spurensuche durch die Vergangenheit. Ihre Recherche führt sie zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, ins viktorianische London und zu einem kleinen Zigeunerzirkus im alten Transsilvanien. Doch bei den Nachforschungen kommen ihnen nicht nur die Jäger in die Quere, sondern auch die Polizei und sogar ein internationaler Geheimdienst. In einer Welt voller Feinde müssen die beiden ungleichen Gefährten lernen, was Vertrauen, Freundschaft und Liebe wirklich bedeuten.
Dabei wollte Five doch einfach nur seine Ruhe haben.

Meine Meinung

Raven House ist ein Buch mit Vampiren ohne Glitzer, taffen Werwölfen, Humor, Grusel, Blutgesplatter, ein bisschen Romantik und LGBT-Protagonisten.
Ich bin sonst kein Fan von Vampir- oder Werwolfsgeschichten, doch diese hat mich fasziniert. Nach dem Twilight-Hype ist es schwer eine gute Vampir-Geschichte zu finden, in der nicht der Held glitzernd durch die Welt rennt und die Werwölfe eher gezähmten Kätzchen ähneln.
Vlad und Five sind dreidimensionale Charaktere, mit bewegenden Backstorys, die sich jedoch zu keiner Zeit aufdrängen. Der coolste Charakter ist und bleibt jedoch Aurelia! 😉
Die Charakterentwicklung verläuft langsam, aber dem Erzähltempo angepasst.
Auch wenn die Dicke des Buches erst einmal abschreckend wirkt, lohnt es sich dem eine Chance zu geben. Es wird sich nicht lange mit unnötigen Einführungen aufgehalten, sondern der Leser startet sofort ins Geschehen.
Neben etlichen ausgelassenen und witzigen Szenen gibt es auch einige nachdenklich stimmende, die nebenbei wichtige Themen des Erwachsenwerdens ansprechen, und Kapitel, in denen ich um Five und Vlad gebangt habe.
Unerwartete Wendepunkte haben mich das Buch kaum noch weglegen lassen. Niemand – ob Haupt- oder Nebencharakter – wird mit Seidenhandschuhen angefasst.
Der Ansatz, dass Vampire und Werwölfe langsam in der Gesellschaft ankommen und die Menschen von ihrer Existenz wissen, ist eine erfrischende Abwechslung und vermeidet das lästige sich-immer-verstecken-müssen.
Im Kontrast stehen außerdem Vlads innere Stimme, die teils noch die Norm des 19. Jahrhunderts predigt, während er versucht sich der heutigen Zeit anzupassen. Auch dass Five zu einem Werwolf wird, trägt zu den Konflikten des Dreamcouples bei, jedoch schaffen sie immer wieder aufs Neue sie zu überwinden. Dabei drängt sich die Liebesgeschichte nicht auf und entwickelt sich nur recht langsam, was jedoch zur Geschichte und zu den Charakteren passt.

Im Überblick

Grundidee: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Handlung: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Charaktere: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Emotionen: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)
Schreibstil: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

Insgesamt: ★ ★ ★ ★ ★ (5/5)

Fazit

Raven House ist ein fantastisches Buch, das in einem ungeheuer guten Schreibstil mich hat mitfiebern lassen. Aber auch wenn Antje vehement behauptet, dass es eine in sich geschlossene Geschichte ist, kann ich den 2. Teil („Raven Heart“) kaum noch erwarten 😀

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5 Tipps für Autorenaccounts

Seit mittlerweile über einem Jahr bin ich auf den verschiedenen Plattformen unterwegs und habe neben diesem Blog auch einen Twitter-, Instagram- und Facebook Autorenaccount.
Vor allem in der letzten Zeit bin ich vermehrt über andere Autorenaccounts gestolpert, die nicht wirklich ansprechend waren. Ob meine Accounts ansprechend sind, muss jeder für sich entscheiden, jedoch habe ich die ein oder anderen Punkte zusammengesammelt, die mir oft aufgefallen sind.
Also hier ein paar Tipps, um deinen Autorenaccount zu verbessern 🙂

Beschreibung

Ich habe mich lange schwergetan, eine Beschreibung zu finden, die in den wenigen Zeichen über mich alles wichtige aussagt. Aber seien wir ehrlich: wir sind Autoren. Wir sollten mit Worten umgehen können 😉
Es ist wichtig dem Betrachter alles wichtige über einen Selbst zeigt und gleichzeitig nicht langweilig wirkt. Probier dich gerne ein wenig aus und bleibe dann bei der Version, die dir gefällt.
Vergiss das Genre, in dem du schreibst, nicht, dann sehen andere sofort, ob deine Bücher für ihn interessant sind.

Verlinkungen

Das war eines der häufigsten Leerstellen, die mir aufgefallen sind. Autoren machen Werbung für ihre Werke – soweit klar – aber wenn in der Beschreibung etwas von einem Buch steht und dann keinerlei Verlinkung zu diesem besteht, ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand dieses Buch sucht und schlussendlich kauft. Füge zu einem Post über dein Buch immer eine Verlinkung dazu!
Wenn du eine Autorenseite hast, dann ist die Verlinkung zu dieser in deinem Profil Pflicht, damit jemand Neugieriges nicht ewig suchen muss. Von deiner Autorenseite sollte es kein Problem sein, deine Werke zu finden und in die Shops weitergeleitet zu werden.

Alternativ nutze ich sehr gerne linktr.ee. Dabei kann man einfach und kostenlos einen Account erstellen und verschiedene Seiten verlinken. Links ist meins als Beispiel.
Alle wichtigen Webseiten sind verlinkt und auf einen Blick findet jeder alles. Vor allem meine Webseite und mein Buch stehen sehr weit oben, um schnell gesehen zu werden. Weiter unten stehen auch Twitter, Instagram und Facebook. Außerdem habe ich auch mein Impressum verlinkt.
Man sollte nur aufpassen, dass man nicht zu viele Seiten verlinkt, sodass es nicht unübersichtlich wird.

Eigenwerbung?

Für viele Autoren ist Eigenwerbung eine der primären Gründe, um einen Autorenaccount zu erstellen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass das nicht der einzige Inhalt sein sollten.
Wenn ich über einen Account eines Autors stolpere, aber von den letzten 15 Posts 14 Eigenwerbung sind, dann finde ich es nicht interessant. Es spricht nichts dagegen, hin und wieder Eigenwerbung zu machen, jedoch sollte das nicht der einzige Inhalt sein. Überlege dir also, was du aus deinem Autorenleben erzählen kannst und wie du es schaffst, dass Eigenwerbung nicht langweilig wird.
Ich möchte beispielsweise nicht, dass mein Feed voll von Autoren sind, die nur ihre Werke bepreisen. Ich will viel mehr über ihr Autorenleben, Ideen und kreative Arbeiten lesen, denn Werbung wird mir auch so schon angezeigt.
Überlege dir am besten, worauf du bei anderen Accounts achtest, was Goes und was No-Goes sind und baue nach diesem Prinzip deinen Account auf.
Als Faustregel gilt: nicht öfter als jeder 3. (besser 5.) Post sollte Eigenwerbung sein.

Linksammlungen? – bitte nicht

Es gibt einen Unterschied zwischen einem linktr.ee im Profil und in jedem Post eine Verlinkung.
Mir ist das vor einer Weile auf meiner eigener Facebookseite aufgefallen, dass ich bei jedem Post eine Verlinkung zu einer anderen Seite beigefügt habe. Das ist jedoch nicht empfehlenswert. Auch hier gilt, dass es nicht schlimm ist, hin und wieder zu verlinken, wenn es sich anbietet, aber wenn bei jedem Post eine Verlinkung ist, ist es nur eine Linksammlung. Der Leser will nicht ständig auf Links klicken müssen, um Inhalte von anderen Seiten zu sehen.
Also: einige Verlinkungen sind in Ordnung, aber nicht bei jedem Post.

Der Blick von Außen

Grundsätzlich ist es immer eine gute Idee, sich sein Profil und von ähnlichen Personen anzuschauen. Wenn du dir anschaust, wie andere Autoren ihr Profil aufbauen, was sie posten und wie das ankommt, kannst du einen ganz guten Eindruck davon bekommen, was gut und was nicht gut ist. Überlege dir dann, was du selbst übernehmen möchtest und wie es zu dir passt.

Du hast bereits alle Tipps umgesetzt? Sehr gut, dann bist du auf dem richtigen Weg!
Wenn du weitere Tipps hast, dann lass sie mich gerne wissen 🙂