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Das Adelshaus Artisan

Die Adelhäuser Alberon und Labados aus meinem Buch „Feenis Alberon“ habe ich bereits näher beleuchtet. Jetzt widme ich mich dem Adelshaus Artisan.

Nach der grausamen Ansiedlungsgeschichte Labados, die sich wacker hielt, wollte sich keine weitere Adelsfamilie ansiedeln. Trotz des vielen Platzes und der hervorragenden Lage der Stadt, dominierten die Gerüchte in den Köpfen der Menschen.
Nur wenige Handwerker, Kaufleute und andere Nicht-Adlige trauten sich in den unbesiedelten Raum hervor. Aus einer kleinen Aneinanderreihung an Häusern entstand, in etlicher Entfernungen zu Alberon und Labados, eine immer größer werdende Masse. In Zusammenarbeit der Handwerkerfamilien entstand ein Hafen, an der einzigen Stelle der Stadt, die dafür geeignet war. Durch den neu erlangten Import – später auch Export – begann ihr Reichtum zu wachsen. Die Handwerkerfamilien schlossen sich zusammen, nannten sich „Artisan“ und ernannten sich selbst zu einer Adelsfamilie.
Diese Handlung stieß Alberon und Labados gehörig vor den Kopf, doch der neu erschlossene Wasserweg lag auch im Interesse der beiden Häuser und so mussten sie sich mit dem neuen Haus gut stellen. Jedoch sah keiner der beiden (auch nicht die später angesiedelten) dieses Haus als ein vollwertiges an und der Hafen war und ist der einzige Grund, weswegen sie nicht bei den anderen Häusern in Ungnade gefallen sind.

Durch den Zusammenschluss von fast zehn Familien gibt es keine gradlinigen und eindeutigen Kennzeichen, an denen das Haus erkannt werden kann. Die Nachkommen des Hauses haben scheinbar keine äußerlichen Gemeinsamkeiten, sind jedoch in ihren Zielen gleich: sie leben sehr nah an dem einfachen Volk und wollen ihnen ein besseres Leben schenken. Sie waren die ersten, die Waisenhäuser eingerichtet haben, versuchten Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und selbst Straftätern eine zweite Chance zu geben. Die Kinder des Hauses werden mit Menschen von der Straße verheiratet, um den Kreis der „Adligen“ zu vergrößern. Durch dieses Verhalten und durch das volksnahe Verhalten, heben sie sich stark von den anderen Häusern ab und werden oft nicht ernst genommen.

Ihr Hauptpunkt konzentriert sich auf den Hafen, weswegen sie mit so ziemlich allen Importwaren handeln, die sie in die Finger bekommen. Gleichermaßen sind sie auf Schiffsbau fokussiert und haben weitreichende Verbindungen in alle Welt. Sie gelten als aufgeschlossen, hilfsbereit und bodenständig.

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Das Wiedersehen – kein #WritingFriday

Ich muss gestehen, dass ich zwischen Urlaub und Uni-Start kaum die Zeit gefunden habe, zu schreiben. Ich brauche immer ein paar Tage, um mich in meinen neuen Stundenplan einzufinden und die freien Zeiten, die sich in dem Plan ergeben, nutzen zu können. Weil ich aber nicht schon wieder den Writing Friday überspringen wollte – ja, auch Kurzgeschichten brauchen eine Idee, Planung und Zeit – dachte ich mir, ich teile mit euch eine Kurzgeschichte, die ich vor einiger Zeit geschrieben. Auch wenn sie relativ kurz ist, hat sie schon unzählige Überarbeitungsdurchgänge hinter sich und erst vor kurzem war ich an dem Punkt, dass ich wirklich zufrieden mit ihr war und bin. Viel Spaß beim Lesen und ab nächster Woche bin ich wieder beim Writing Friday mit dabei! 🙂

Das Wiedersehen

Ich sehe sie schon von Weitem auf mich zukommen. Sie hat sich in all den Jahren verändert und doch sieht sie noch aus wie früher.
Ihre gefärbten roten Haare haben wieder ihren natürlichen Braunton angenommen. Etwas ungeschickt streicht sie sich eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht und winkt mir zu.
Sie sieht noch aus wie früher. Und doch so anders. Ihre Fingernägel sind jetzt kurz und nicht mehr lackiert. Vermutlich hat sie keine Zeit mehr dafür.
Sie ist älter geworden.
Das war unaufhaltsam gewesen. Sie hat immer gesagt, dass sie nicht älter werden wollte. Doch auch für sie hält die Zeit nicht an.
Mit demselben Lächeln, das sie schon immer hatte, begrüßt sie mich und setzt sich gegenüber von mir an den Tisch.
Ihr Kaffee steht schon dampfend bereit.
Ich weiß, wie sie ihn gerne trinkt. Süß, aber ohne Milch. Sie hat einmal gesagt, dass durch die Milch der bittere Geschmack verloren ginge, den sie so liebt.
Sie trägt keinen Lippenstift mehr.
Auch auf Make-up verzichtet sie jetzt.
Doch ihre Kleidung ist immer noch schwarz.
Nur das sie jetzt ein Kleid trägt. Damals hat sie gesagt, dass sie keine Kleider mag. Doch jetzt sieht man ihr an, dass sie sie liebt.
Hat das etwas mit ihrem Job zu tun? Sie wollte keinen Job haben. Sie wollte unabhängig sein. Was sie jetzt wohl arbeitet?
Oder hat sie all die Spinnereinen Wirklichkeit werden lassen und einen Millionär geheiratet?
Ein kleiner sommerlicher Windstoß fährt ihr durchs Haar und spielt mit ein paar Haarsträhnen.
Früher hat sie das gehasst. Das würde ihre Frisur ruinieren. Heute lässt sie es zu und lächelt dem Wind entgegen.
Wir reden.
Über das Wetter und was aus uns geworden ist.
Aber sie sagt nichts. Sie spricht Worte, aber sie sagen nichts aus.
Dann steht sie auf. Sie verabschiedet sich und geht.
Soll ich ihr hinterhergehen? Vielleicht könnte es doch so werden wie früher.
Ich laufe ihr hinterher. An einer Ampel hole ich sie ein. Ich frage sie, ob wir wieder versuchen wollen, Freunde zu sein. Sie lächelte mich traurig an.
„Es hat sich viel geändert“, sagt sie, „ich trinke meinen Kaffee jetzt mit Milch. Weißt du?“
Ich nicke.
Ich sehe ihr nach, als sie die Straße von mir weggeht. Als ich mich umdrehe, um nach Hause zu gehen, beginnt es zu regnen.

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Er wischte sich das Blut von den Händen und… #WritingFriday

Neuer Monat – neue Schreibaufgaben. Die Übersicht findest du hier.

Dieses Mal habe ich das Thema gewählt: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Er wischte sich das Blut von den Händen und…” beginnt.

Er wischte sich das Blut von den Händen und schaute in den kleinen Spiegel über dem Waschbecken. Der Geruch des Blutes mischte sich mit dem des Krankenhauses und ergaben eine groteske Mischung, bei dessen Geruch ihm sich immer seine Nackenhaare aufstellten.
Das kalte Licht reflektierte sich in dem Spiegel und ließ das Zimmer noch kleiner und ungemütlicher wirken. Er mochte diese Stille nach der Operation nicht. Wenn er den Raum verließ und das gleichmäßige Piepen des Monitors durch die dicke Tür verschluckt wurde, war die Welt um ihn herum plötzlich still. Solange es der Monitor regelmäßig piepste, war alles gut.
Von weit weg hörte er das Wasser rauschen und streckte seine Hände wieder unter den Strahl, um auch den letzten Rest der zähen roten Flüssigkeit von seinen Händen zu bekommen.
Die letzten Stunden waren anstrengend gewesen und er erkannte sich selbst kaum in dem kleinen Spiegel wieder. Er sah müde aus. Erschöpfter als nach den letzten Operationen. Das war nicht verwunderlich, immerhin hatte er viele Stunden für diesen eigentlich simplen Eingriff gebraucht. Mitten in der Operation hatte er ein Gerinnsel entdeckt und dann war da noch der Assistent, der einfachste Anweisungen nicht ausführen konnte. Statt knapp einer Stunde hatte er den halben Tag im OP verbracht.
Er seufzte. Sein Feierabend war schon vor über zwei Stunden fällig gewesen. Ein wenig kaltes Wasser fand den Weg in sein Gesicht und so war er wenigstens etwas munterer. Trotzdem schauten ihn zwei große müde Augen aus einem eingefallenen Gesicht an. „Langer Tag, hmm?“, fragte er sein Spiegelbild und nickte sich selbst zur Bestätigung zu.
Die Tür neben ihm öffnete sich. Eine der Assistenzärztinnen trat zu ihm in das kleine Zimmer. Sie lächelte ihm nur stumm zu. Sie sah mindestens genauso müde aus wie er.
„Schönen Feierabend“, sagte sie noch matt, als er den Raum verließ. Er nickte nur. Lange hatte er sich nicht mehr so sehr auf sein Bett gefreut.
„Ein Leben gerettet“, murmelte er zu sich selbst, als er zu seinem Auto ging, „das war es wert.“ Ein kleines Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, als er sich an den Grund erinnerte, warum er das tat.


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Willkommen im Preptober!

Heute ist der 1. Oktober oder wie manche ihn nennen: Preptober. Der Oktober ist der offizielle Vorbereitungsmonat für alle, die beim NaNoWriMo mitmachen wollen. Der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) hat zum Ziel, dass am Ende November der erste Entwurf eines Romanes fertig ist. Viele Autoren überall auf der Welt versammeln sich vor ihren Computern und schreiben was das Zeug hält, um am Ende des Monats 50.000 Wörter oder sogar mehr zu ihrem WIP hinzufügen zu können. Seit 2017 bin ich begeisterte Teilnehmerin. Letztes Jahr ist in dieser Zeit mein Buch „Feenis Alberon“ entstanden und auch dieses Jahr bin ich wieder am Start und kann es kaum erwarten, dass das Schreiben endlich beginnt.

Ein Buch braucht Vorbereitung

Natürlich kann man ein Buch auch aus der Kalten heraus schreiben, aber es bietet sich immer an, wenigstens ein wenig vorzubereiten. Bei meinen ersten Büchern und Projekten war mir die Vorbereitung nicht wichtig und jetzt liegen die Manuskripte mit Lücken und Logikfehlern in meinem Schrank und werden vermutlich niemals von jemand anderen gelesen, was schade ist, weil unglaublich viel Zeit darin steckt.

Um das zu verhindern, hilft eine detaillierte Vorbereitung, um Plot Holes und Logiklücken zu verhindern und die ein oder andere Schreibblockade abzuschwächen. Es liegt jedoch bei jedem selbst, wie detailliert man planen will. Dabei gibt es kein richtig und falsch, sondern jeder muss für sich den besten Weg finden.

Die Welt

Eine Sache, die jeder Autor planen sollte, ist die Welt, in der die Geschichte spielt. Selbst, wenn es die uns Bekannte ist, sollte man ein wenig darüber nachdenken. Wichtig dabei sind die Fragen nach der inneren Logik. Auch ausgedachte und neu designte Welten müssen in sich schlüssig sein. Zum Beispiel sollte man davon absehen, die physikalischen Gesetze aufzuheben. Bei anderen Welten ist wichtig wenigstens eine grobe Ahnung von den Bewohnern zu haben (vor allem, wenn sie eine andere Spezies als Menschen sind), aber auch das Verhältnis einzelner Gruppen zueinander. Denk dabei kurz über Infrastruktur, besondere Ereignisse, politische, soziale und ethnische Strukturen, Religionen, die Geschichte der Welt, Magiesysteme und mögliche Wahrnehmungen nach.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass vieles sich im Laufe der Planung von alleine plant, aber es schadet nicht, den ein oder anderen Gedanken darüber zu verlieren, bevor man mit dem eigentlichen Plot anfängt.

Die Figuren

Das nächste, was ich mir nach der Welt vornehme, sind die Hauptfiguren, die im Verlauf der Geschichte wichtig werden. Es ist wichtig, dass die Figuren dreidimensional sind. Das bedeutet, dass sie nicht platt sind, sondern ein Eigenleben haben. Wenn man sich mit seinen Charakteren beschäftigt, passiert es außerdem nicht so schnell, dass sie sich out of character verhalten, was den Leser stören würde. Es gibt eine Liste von 100 Fragen an deinen Charakter, die dabei helfen kann entweder zu kontrollieren, dass dein Charakter nicht platt ist oder für dich, dass du deinen Charakter besser kennenlernen kannst. Du musst nicht alle Fragen beantworten können müssen, aber es kann helfen. Ich versuche meistens so 30-60 Fragen zu durchlaufen, um ein gutes Gespür für meine Hauptfiguren zu bekommen. Meistens merke ich dabei dann, wie viele und teils auch welche Nebenfiguren wichtig werden könnten.

Die Nebenfiguren brauchen meistens nicht so viel Planung, wie die Hauptfiguren, aber auch hier stören platte Charaktere. Bei Feenis Alberon habe ich mittlerweile eine Liste von über 100 Charakteren, die wichtig werden könnten. Nicht jede Figur ist bis ins letzte Detail geplant, jedoch habe ich zumindest bei jeder Ansatzpunkte, die ich aufgreifen kann, falls sie wichtig werden.

Charaktere, die du lieber lassen solltest:

  • Der beste Freund deiner Hauptperson, der die ganze Zeit nur da ist und alles abnickt. Er braucht auch ein wenig Eigenleben. Ein Charakter, der nur da ist, um zu helfen, ist in den meisten Fällen langweilig.
  • Mary Sue. Das sind perfekte Charaktere, die keinerlei Fehler besitzen. Der männliche Gegenpart heißt Gary Sue. Charaktere ohne Fehler und Makel sind langweilig.
  • Der allwissende Mentor. Ich bin ein großer Freund der Mentorenrolle, jedoch sollte es keine unerschöpfliche Quelle von Wissen sein. Deine Hauptfigur sollte schon für die Informationen kämpfen müssen.
  • Die gesichtslose Hauptfigur. Wenn man ein Buch zuschlägt und keine Ahnung mehr hat, wie die Hauptfigur aussieht oder sich verhält, ist sie einfach langweilig. Ein bisschen Eigenleben muss schon sein.
  • Der Ja-Sager. Egal ob Haupt- oder Nebencharakter, bitte führe keine Figur ein, die nur zu allem ja sagt. Wenn du sehr viele Charaktere hast, ist das in Ordnung, aber jemand, der nur hinter allen herdackelt, ist langweilig.
  • Die Klischee-Erfüller. Wenn deine Charaktere nur aus Klischees bestehen, kann das schnell langweilig werden. Der Bad-Boy, der eigentlich nur geliebt werden will. Das schüchterne Mädchen, das sich in den Draufgängertypen verliebt. Das alles gab es schon sehr oft. Ein wenig Klischee ist in Ordnung, zu viel ist zu viel, denn dann gibt es keine Überraschungen mehr.

Der Plot

Oft habe ich bereits eine Idee der Handlung, die passieren wird und mit den Figuren kommen die Konflikte, die die Geschichte spannend machen. Diese Konflikte sind wichtig, es braucht aber äußere und innere Konflikte. Konflikte, die

  • die Figuren mit sich selbst haben
  • die Figuren untereinander haben
  • von außen kommen (Gesellschaft, Religion, Gesetze, soziale Strukturen, …)

Damit einher gehen auch oft die Plot-Twists, die im Laufe der Geschichte auftauchen. An dieser Stelle entscheide ich mich meistens, welche Plotting Art ich verwenden möchte, falls ich es nicht von Anfang an weiß. Es gibt unzählig viele, aber hier sind die 3, die ich liebsten nutze (die Arten zu erklären, würde den Rahmen sprengen, deswegen verlinke ich euch entsprechende Blogbeiträge anderer Autoren):

Ich habe bemerkt, dass jedes Projekt nach einer anderen Plotting Art verlangt. Manchmal passt die eine, manchmal die andere. Das muss man einfach ausprobieren und gucken, was sich am besten anfühlt.

An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass nicht immer der Plot-Plan aufgehen muss. Ich habe schon manchmal beim Schreiben, meine Planung über Board geworfen und es tat der Geschichte sogar gut. Der Plot ist nicht in Stein gemeißelt und kann jederzeit angepasst werden, wenn es für die Geschichte gut ist.

Die Handlungsorte

Wenn der Rest steht, kann man beginnen, die einzelnen Orte zu planen. Das bedeutet, man schaut sich die einzelnen Orte der potenziellen Handlung genauer an. Es ist nicht wichtig von jedem Ort eine Karte zu haben, aber es kann helfen, wenn man Besonderheiten kennt und weiß, was es an diesen Ort gibt und was nicht. Dinge, die du aber wissen solltest sind zum Beispiel: wer wohnt dort und wer nicht, welche sozialen Strukturen sind vorhanden (z.B. Straßenbanden oder besonders strenge Polizei), wie reich/arm sind die Bewohner, …

Wenn du an dieser Stelle angekommen bist, sollte eigentlich fast alles klar sein und deine Planung müsste in den letzten Zügen sein. Fragen, die noch aufgekommen sind, solltest du jetzt klären. Das ist meistens der Punkt, an den ich mit meiner Recherche anfange. Was die Recherche beinhaltet, hängt stark von dem Projekt ab.

Aber bevor ich dann anfange zu schreiben, nehme ich mir eins, zwei Tage Ruhe. Zum einen um den Kopf nochmal freizubekommen und einen anderen Blickwinkel auf meine Planung zu bekommen und zum anderen, weil eine sehr stressige und anstrengende Zeit kommen wird. Ich arbeite meine To-Do-Liste ab, besorge Nervennahrung, räume auf und versuche alle Ablenkungen zu beseitigen. Oft plane ich meine Wochen, räume mir Schreibzeiten ein, die dann nur noch im Notfall verschoben werden, suche mir Schreibplaylisten raus, erstelle ein Moodboard zu meinem Projekt und versuche mich gedanklich in die Welt und die Figuren zu finden.

Und dann heißt es: Ran an die Tastatur, es ist Schreib-Zeit!

Weitere Blogartikel zum Preptober von anderen Autoren: Annika Bühnemann, Antje Bremer

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Das Adelshaus Labados

In dem ersten Teil der Artikelreihe habe ich mich mit dem Adelshaus Alberon aus meinem Buch „Feenis Alberon“ beschäftigt. In diesem wende ich meinen Blick auf das zweite Haus namens Labados.

Das Haus Labados siedelte als Zweites in der Stadt Feenis Alberon. Es ist das Haus mit den meisten Geheimnissen, der brutalsten Geschichte und den fanatischsten Mitgliedern.

Über ihre Ansiedlung ist nicht viel bekannt, doch es ranken sich zahlreiche Legenden und Gerüchte um diese Geschichte. Es heißt, dass ihr Gott Granach ihnen eines Tages einen Platz in der Stadt zuwies, an der sie siedeln sollten. Zu dieser Zeit hatte sich dort bereits ein anderes Adelshaus niedergelassen, dessen Name längst vergessen ist. Die Mitglieder des Hauses Labados war das egal und als das bereits angesiedelte Haus ihnen nicht weichen wollte, waren eines Morgens alle seine Mitglieder verschwunden. Man sagt, dass noch Wochen nach der Ansiedlung Labados‘ Leichen an die Ufer des Flusses gespült wurden. Nur eine junge Frau überlebte das Attentat auf das unbekannte Haus, weil Granach befahl sie zu verschonen. Ob diese Geschichte wahr ist, weiß schon seit Generationen niemand mehr, aber keiner bei klarem Menschenverstand legt sich mit jemanden aus dem Hause Labados an.

Labados sehen sich als direkte Nachfahren ihres Gottes und verehren Frauen mit roten Haaren, weil sie als besonders gottesnah gelten. Diese sind auch die einzigen, die mit Granach durch Kartenlegen oder das Pendel kommunizieren dürfen. In jeder Generation gibt es ein Orakel, das dem Haus den Weg weisen soll. Kurz nach ihrer Ansiedlung hat das Orakel vorhergesagt, dass wenn eine Frau wieder den Namen der Stadt trägt, diese unterginge. Mit eiserner Grausamkeit jagen seit diesem Tag die Mitglieder des Hauses jede Frau, die den Namen Feenis trägt.

Das Haus sieht sich als überlegen, was sich nicht nur in ihrem Reichtum bestätigt. Das einzige Haus, mit dem sie sich sehr gut verstehen, ist Alberon. Zusammen bilden die beiden reichsten Häuser die politische Spitze und trotz diverser Streitigkeiten – zum Beispiel, weil Alberon nicht an die Prophezeiung glaubt – leben sie in einem engen Verhältnis und verheiraten viele ihrer Kinder miteinander.

Die Handelswaren der Labados umfasst verschiedene Luxusgüter wie Parfüm, Leder und Honig.